Büro, Pflege & Gastronomie

Welche Strümpfe helfen bei 8 Stunden Stehen oder Sitzen?

Kennen Sie dieses Gefühl? Der Arbeitstag ist vorbei, eigentlich hätten Sie jetzt Feierabend aber Ihre Beine fühlen sich an, als hätten sie noch eine Extraschicht eingelegt. Schwer, müde, vielleicht etwas geschwollen und die Socken haben am Knöchel plötzlich einen wunderschönen Abdruck hinterlassen.

Das hören wir bei uns im Shop wirklich häufig. Pflegefachkräfte, Lehrerinnen, Verkäufer, Menschen aus der Gastronomie oder Kundinnen und Kunden mit einem klassischen Bürojob melden sich bei uns und sagen: «Mit meinen Venen ist eigentlich alles in Ordnung. Aber nach acht Stunden Arbeit sind meine Beine einfach fertig.»

Das ist kein Widerspruch.

Denn sowohl langes Stehen als auch langes Sitzen sind für die Beine eine Herausforderung. Beim bewegungslosen Sitzen arbeitet die Wadenmuskelpumpe deutlich weniger, sodass der Rücktransport des Blutes aus den Beinen schlechter unterstützt wird. Untersuchungen zeigen tatsächlich eine zunehmende Blutansammlung beziehungsweise Volumenzunahme in den Unterschenkeln bei längerem Sitzen.

Und wer acht Stunden an der Kasse, am Spitalbett oder in der Küche steht, kennt das Ergebnis sowieso.

Sie müssen keine Venenerkrankung haben, um von leichten Stütz- oder Kompressionsstrümpfen zu profitieren.

Warum werden die Beine bei der Arbeit überhaupt so schwer?

Normalerweise haben wir in den Beinen eine ziemlich clevere kleine Pumpe eingebaut: unsere Wadenmuskulatur.

Stützstrümpfe im Pflegeberuf
Bei der Pflege sind Stütz- und auch Kompressionsstrümpfe schon lange kein Geheimnis mehr!

Bei jedem Schritt werden die tiefen Venen durch die Muskelbewegung zusammengedrückt. Zusammen mit den Venenklappen unterstützt das den Bluttransport zurück Richtung Herz. Diese sogenannte Wadenmuskelpumpe spielt eine wichtige Rolle für den venösen Rückstrom. Problematisch wird es, wenn Bewegung fehlt.

  • Im Büro: Sie sitzen teilweise stundenlang nahezu unbewegt.
  • Im Verkauf oder an der Rezeption: Sie stehen zwar, machen aber oft nur wenige Schritte.
  • In Pflege und Gastronomie: Sie bewegen sich mehr, verbringen aber trotzdem sehr viele Stunden auf den Beinen.

Am Abend können sich deshalb selbst bei ansonsten gesunden Menschen Flüssigkeit und Blut stärker in den unteren Extremitäten sammeln. Genau hier kann eine leichte Kompression von aussen angenehm sein.

Wie viel Kompression braucht es für einen normalen Arbeitstag?

Hier möchte ich zuerst mit einem Missverständnis aufräumen: Mehr Druck ist nicht automatisch besser.

Wenn Sie gesunde Beine haben und einfach verhindern möchten, dass diese während eines langen Arbeitstages zunehmend schwer und müde werden, benötigen Sie nicht automatisch eine kräftige medizinische Kompression.

Für den Alltag kommen beispielsweise leichte Stützstrümpfe oder Produkte im Bereich von ungefähr 15–20 mmHg infrage.

Und das ist keineswegs nur eine Gefühlssache: Studien bei Menschen mit Berufen, die langes Sitzen oder Stehen erfordern, zeigen, dass knielange Strümpfe mit moderater Kompression die abendliche Beinschwellung reduzieren können. In einer Untersuchung waren bereits 11–21 mmHg wirksam; eine weitere Studie bei gesunden Berufstätigen zeigte mit 15–20 mmHg eine deutliche Reduktion berufsbedingter Ödeme (Schwellungen).

Das passt ziemlich gut zu unserer Erfahrung im Shop.

Stützstrumpf oder medizinische Kompressionsklasse 1?

Das hängt davon ab, was Sie erreichen möchten.

Bei gesunden Beinen und reinem Komfortwunsch ist ein leichter bis mittelstarker Stützstrumpf häufig vollkommen ausreichend.

Bei stärkeren Beschwerden oder einer bekannten Venenerkrankung kann ein medizinischer Kompressionsstrumpf sinnvoll sein. Medizinische Kompressionsstrümpfe der KKL 1 liegen beispielsweise bei 18–21 mmHg und besitzen einen definierten Druck. Welche medizinische Kompressionsklasse geeignet ist, sollte sich aber nach der Indikation und gegebenenfalls der ärztlichen Empfehlung richten.

Strümpfe im Bürojob
Strümpfe helfen – egal ob das im Büro ist…
Strümpfe in der Gastronomie
oder im intensiven Gastronomie-Alltag!

Und noch etwas: Angaben wie 70D oder 140D sagen zunächst etwas über die Garnstärke beziehungsweise Feinheit aus – nicht exakt über den Druck in mmHg. Bei Stützstrümpfen lohnt es sich deshalb immer, zusätzlich auf die tatsächliche Stützwirkung des jeweiligen Modells zu schauen.

Problem Nr. 1: «Nach ein paar Stunden schneidet der Strumpf unter dem Knie ein»

Oh ja. Das kennen wir. Ein Strumpf kann noch so schön sein: Wenn Sie um 14 Uhr nur noch daran denken, wie sehr der Bund in der Kniekehle drückt, werden Sie ihn irgendwann nicht mehr tragen.

Achten Sie deshalb bei einem Arbeitsstrumpf besonders auf einen breiten und weichen Abschlussbund. Sensitivbündchen oder weich gearbeitete Trikotsäume verteilen den Druck angenehmer als ein schmaler, straffer Abschluss.

Wichtig ist aber auch die Grösse. Ein einschneidender Bund kann schlicht ein Zeichen dafür sein, dass die gewählte Passform nicht optimal zu Ihrem Bein passt.

Und manchmal ist ein Kniestrumpf tatsächlich nicht die angenehmste Lösung. Wenn Ihre Beine genau am oberen Abschluss empfindlich reagieren, können Schenkelstrümpfe oder eine Stützstrumpfhose angenehmer sein, weil der Abschluss an einer anderen Stelle liegt beziehungsweise ganz entfällt.

Mein Tipp: Einen ständig umgeschlagenen Bund bitte nicht einfach als normal akzeptieren. Und den Strumpf schon gar nicht oben umrollen. Dadurch entsteht erst recht eine unangenehme Einschnürung.

Problem Nr. 2: «Ich bin doch kein Opa – ich trage keine Stützstrümpfe»

Dieser Satz kommt meistens von Männern. 😉

Und ich verstehe sogar, woher das kommt. Viele haben beim Begriff Stützstrumpf noch immer beige medizinisch aussehende Strümpfe vor Augen. Dabei gibt es heute Herrenmodelle, bei denen Sie von aussen praktisch keinen Unterschied zu einer hochwertigen Businesssocke erkennen.

Feine Rippenstruktur, Schwarz, Anthrazit oder Marine, Baumwolle oder moderne Mikrofasern. Alles ist möglich.

Herrenmodelle von Sigvaris oder Venosan sind dafür gemacht, Unterstützung mit einer normalen Businessoptik zu verbinden. Unter einer Anzughose, Jeans oder Arbeitshose sieht niemand, dass Sie einen Strumpf mit zusätzlicher Stützwirkung tragen.

Und genau so sollte es meiner Meinung nach auch sein: Der Strumpf muss zu Ihrem Alltag passen – nicht Ihr Alltag zum Strumpf.

Problem Nr. 3: «Nach vier Stunden im Arbeitsschuh sind meine Füsse feucht»

Gerade in Pflege, Gastronomie, Produktion oder Verkauf ist das ein wichtiges Thema. Ein geschlossener Arbeitsschuh plus acht oder zehn Stunden Belastung plus ein ungeeigneter Strumpf – das kann ziemlich unangenehm werden.

Hier würde ich besonders auf atmungsaktive und feuchtigkeitsregulierende Materialien achten. Moderne Mikrofasern können Feuchtigkeit von der Haut wegtransportieren. Baumwollhaltige Businessstrümpfe fühlen sich wiederum für viele Menschen sehr angenehm und natürlich an. Welche Variante besser ist, hängt auch davon ab, wie stark Sie schwitzen und welche Schuhe Sie tragen.

Wenn Sie sehr warme Sicherheitsschuhe tragen, würde ich persönlich eher einen feineren, feuchtigkeitsregulierenden Strumpf wählen als das dickste Baumwollmodell im Regal.

Welche Strümpfe passen zu welchem Beruf?

ArbeitsalltagWas ich mir ansehen würde
Büro / HomeofficeLeichter Stützstrumpf oder ca. 15–20 mmHg
z.B. VIVA 70den
Empfang / VerkaufLeichte bis mittlere Stützwirkung, besonders bequemer Bund
z.B. Sigvaris Highlight
Pflege / SpitalAtmungsaktiver Kniestrumpf mit guter Feuchtigkeitsregulation
z.B. Sigvaris Delilah oder Venosan 4001
Gastronomie / KücheLeichter, klimaregulierender Strumpf für geschlossene Schuhe
z.B. Venosan 4001 oder Juzo Inspiration
Lehrerinnen & LehrerBequemer Alltags-Stützstrumpf für Wechsel zwischen Stehen und Sitzen
z.B. Venosn Silk Support
Business / AnzugDiskreter Herren- oder Damenstrumpf in klassischer Sockenoptik
z.B. Venosan Cotton Support

Das ist natürlich keine medizinische Verordnung, sondern eine praktische Orientierung für gesunde Beine im Berufsalltag.

Wenn Sie ausgeprägte Krampfadern, regelmässig starke Schwellungen, Hautveränderungen oder bereits eine diagnostizierte Venenerkrankung haben, gehört die Situation anders beurteilt. Dann kann ein medizinischer Kompressionsstrumpf mit exakt definierter Kompressionsklasse die bessere Wahl sein.

Und bitte: Der Strumpf ersetzt die Bewegung nicht!

Das sage ich auch unseren Kundinnen und Kunden immer wieder. Wenn Sie acht Stunden sitzen, ist ein Stützstrumpf hilfreich -aber er macht aus acht Stunden Sitzen keine acht Stunden Bewegung. Stehen Sie zwischendurch auf. Holen Sie sich Ihr Wasser. Gehen Sie zum Drucker. Nehmen Sie die Treppe. Wippen Sie unter dem Schreibtisch mit den Füssen oder machen Sie ein paar Wadenheber.

Alles, was Ihre Wadenmuskulatur aktiviert, bringt die natürliche Muskelpumpe wieder in Gang.

Und wenn Sie sowieso den ganzen Tag stehen: Auch dann ist Bewegung besser als statisches Dauerstehen. Ein paar Schritte sind für Ihre Beine wertvoller, als eine Stunde praktisch unbewegt am selben Fleck zu stehen.

Ihre Sylvie & das Team von stuetz-struempfe.ch


Gut zu wissen: Stützstrümpfe oder Kompressionsstrümpfe?

Stützstrümpfe oder Kompressionsstrümpfe
Was ist der Unterschied? Welches ist das richtige Modell?

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